Steinbruch

Unser Steinbruch ist einer der ältesten aktiven Steinbrüche der Welt. Seit über 1.000 Jahren wird bei uns Sandstein abgebaut und als Werkstein, oder filigran bearbeitet, über die Grenzen Europas hinaus geliefert.

Bis zu 20 m Mächtigkeit erreichen die dickbankigen, nahezu horizontalen Sandsteinschichten aus der unteren Kreidezeit, zeitlich auch als Wealden- oder Bückeberg-Formation bezeichnet. Bedeckt wird unser Sandstein mit einer 4 bis 8 m starken diluvialen Schicht aus Lockergestein.

Das Gewinnen und Zurichten der Rohblöcke erfolgte früher weitgehend in einem Arbeitsgang. Anfangs brachen Steinmetzmeister mit ihren Gesellen die Blöcke mit Muskelkraft und einfachsten Werkzeugen. Bis zu 27 Steinmetzmeister waren damals gleichzeitig mit dem Abbau beschäftigt.

Im Zuge der Industriealisierung kamen im Steinbruch die ersten Maschinen zum Einsatz. Mit Handbohrhämmern oder Keillochhämmern wurden zahlreiche Bohrlöcher bzw. Keillöcher so in das Gestein getrieben, dass die Konturen des Blockes bereits vorgegeben waren. Diese Bohrlochreihen schwächten das Gestein, so dass es durch Einschlagen von Keilen, durch Arbeiten mit Brechstangen oder durch Schwarzpulver-Sprengungen getrennt werden konnte. Nachdem die Rohblöcke so aus dem Gebirgsverband gelöst waren, wurden sie mit Ketten umschlungen und von einem Derrickkran aus der hohen Wand gehoben. In dieser Zeit waren rund 350 Menschen bei uns beschäftigt.

Seit den 80er Jahren des letzten Jahrhunderts werden zur Gewinnung des Sandsteins schwere Radlader eingesetzt. Zwei Dorne, die per Schnellwechselkupplung angeschlagen sind, werden mechanisch in die Naturlagerschichten getrieben und der Sandstein in Form von "Schollen" hydraulisch aus dem Berg gebrochen.

Die Schollen werden anschließend in der Sägehalle mit einer lasergesteuerten Blocksäge zugeschnitten und dem weiteren Produktionsprozess zugeführt.

Durch modernste Technologien wird ein wertvoller Werkstoff schonend gewonnen - schonend aus zweierlei Sicht: Ökologie und Humanismus

Nach oben