1561 - 1566 entsteht in Antwerpen das neue Rathaus vom flämischen Bildhauer und Architekten Cornelis Floris de Vriendt.
1.400 Fuder OBERNKIRCHENER SANDSTEIN® werden bei diesem Projekt verbaut. Dies entspricht etwa 806 m³, oder rund 2.000 t. Der Transport der Sandsteine erfolgt mit Wagen und Karren zum Verladeplatz an die Weser - bis zur Mitte des 17. Jahrhunderts nach Minden oder Petershagen. Von dort wurden sie mit besonderen Lastkähnen, den "Eken", zuerst nach Bremen transportiert.
Die Vorderseite des Rathauses wird zweifellos beherrscht durch das hoch aufstrebende Mittelrisalit, das einen schönen Kontrast bildet zu den Seitenflügeln im Stil der Italienischen Renaissance. Das durchlaufende hervorkragende Mittelstück der Fassade hat Bauelemente im Norden, die vergleichbar sind mit den Giebeln der flämischen Zunfthäuser im Mittelalter.
Die heterogenen Teile der Frührenaissance wurden hier durch Cornelis Floris zusammengefügt zu einem spezifischen eigenen Stil, der einen dominierender Einfluss in der Geschichte der niederländische Baukunst eingenommen hat.
Mit seinen dreieckigen, über das Dach hinaufstrebenden Giebel beherrscht dieses Mittelstück mit seinen verschiedenen Säulenordnungen (dorisch-ionisch-korintisch und komposit) das ganze Rathaus.
Die zwei Stockwerke über dem Erdgeschoß bieten eine harmonische Abwechslung rundbogiger Fenster und schmaler Nischen mit Medaillons. Im dritten Stockwerk sind Abbildungen von Prudentia und Justitia plaziert, dazwischen prangt das spanische Wappen, rechts das von der Grafschaft Antwerpen, links das des Herzogtums Burgund. In der Mitte ein Madonnenbild, an den Ecken zwei Obelisken und weitere allegorische Figuren. Auf der Spitze steht der große kupferne Reichsadler.
Cornelis Floris de Vriendt (* 1514 in Antwerpen; † 20. Oktober 1575 ebenda) war ein flämischer Bildhauer und Architekt und zusammen mit seinem Bruder Frans Floris maßgeblich beteiligt an der Herausbildung der nordischen Renaissance.